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Donnerstag, 13. Juni 2019
Dosis passt- wie bemerkt man das?
Nach Absprache mit meinem Facharzt für ADHS habe ich die Dosis angepasst. Ich nehme jeden Morgen nach dem Frühstück meine 30mg Tablette. Die wirkt ihre 8 Stunden und alles ist gut.

Arbeite ich auch Nachmittags nehme ich spätestens 15Uhr meine 20mg Tablette.

Ich spüre deutliche Veränderungen. An mir und in meinem direkten Umfeld.

Ich bin ausgeglichener. Ja das ist ein sehr schwammiger Begriff, der im Prinzip nur aussagt das ich mich nicht mehr so schnell von Kleinigkeiten wie Zwischenfragen oder dergleichen aus dem Konzept bringen lasse.
Ich mache VIEL viel weniger Fehler. Vor allem Flüchtigkeitsfehler passieren nicht mehr. Seit zwei Tagen habe ich keinen Fehler mehr in der Abrechnung gemacht.

Ich gewinne an Sicherheit. Im Umgang mit meiner Tätigkeit aber auch am Auftreten. Wenn man eine Frage an mich richtet kann ich diese schneller und sicherer beantworten- ich grüble nicht mehr unsicher ob es stimmt was ich sagt oder muss es noch überprüfen.
Ich behalte den Überblick.


Ich gerate nicht mehr so schnell in Wut. Manchmal. Nur manchmal. Könnte ich ausrasten vor Wut und Ärger wenn Kind oder Mann mich zur Weißglut treibt.
Mir gelingt es aber die Wut beiseite zu räumen, damit ich Platz habe die Emotion zu verarbeiten und das Problem das mich in Wut versetzt sicher und etwas ruhiger anzugehen.

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Dienstag, 7. Mai 2019
Dosis erhöht. Und jetzt?
Ok. Also es ist wirklich lustig. ADHS im besonderen und ich im speziellen.

Man stelle sich vor: Mit 16 in meiner ersten Ausbildung waren mir Noten egal- Schule hat eh nicht funktioniert! Ich konnte dem Unterricht nicht folgen und träumte ohne es zu merken vor mich hin.

Mit 28 in meiner zweiten Ausbildung liegt mein Notenschnitt irgendwo bei 1,7. Schule fällt mir fast schon leicht. Ich fokussiere mich besser und bin voll beim Unterricht da. Von 28 Schülern kannten ausnahmslos alle Lehrer meinen Namen zuerst. Jetzt habe ich aber ein größeres Paket. Ich habe eine 40h Woche mit Kind und Haushalt zusätzlich zum Lernstoff. Und es läuft gut weil ich mir den verdammten HINTERN aufreisse XD

Freunde die mich seit der Grundschule kennen glauben es kaum, sie freuen sich und spornen mich an. Meiner Mutter wird es langsam unheimlich... für sie ist es kaum zu glauben, dass die ehemalige 4er Kandidatin jetzt kaum mit einer 2,5 zufrieden ist. Sie ist froh, dass ich keinen Matheunterricht mehr habe...

*Irgendwann in den 90ern als man noch schreckliche Jogginganzüge trug und Rauchen in Zügen erlaubt war* "Wenn du mal in Mathe ne 1 hast, kauf ich dir ein Pferd!"


Heute hatte ich zum ersten Mal auch in der Mittagsschicht eine geringe Dosis genommen... es klappt besser aber ich hatte auch ein paar kleinere Nebenwirkungen und muss jetzt vielleicht wieder langsam erhöhen. Ich bin mit meiner Leistung noch nicht zufrieden, meckere aber auf hohem Niveau. Ich habe bereits Aufgaben die Azubis im 2. Lehrjahr erledigen... Chef ist happy also was solls?

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Mittwoch, 1. Mai 2019
Stolperstein im Job-Dosis zu gering?
Tja manchmal sind Probleme auf die man stößt klein, beschäftigen einen aber massiv.

Gestern sagte mir eine Kollegin, sehr sehr nett aber bestimmt, dass sie deutlich merkt wie meine Leistungskurve ab 15Uhr abnimmt und ich dann ab ca. 17Uhr "nicht mehr konzentriert, sondern sehr flatterhaft" bin.

Autsch!

Stellt euch vor: Ich verlange von euch 5Minuten die Luft unter Wasser anzuhalten. Mit Training ist es absolut möglich. Ihr würdet es euch zur Aufgabe machen das hinzubekommen. Ihr würdet üben ohne Ende. Ihr würdet scheitern und nur kleine Fortschritte sehen. Aber sie sind da. Ihr würdet Rückschläge wegstecken müssen und euch immer wieder neu motivieren.

Ich kann mich konzentrieren. Aber es verlangt mir sehr, sehr viel ab.

Meine "Kopfmedis" nehme ich nur wenn ich "funktionieren" will. Wenn ich z.B. arbeiten gehe oder auf eine grosse Familienfestivität. Wenn ich es nicht nehme bin ich sehr präsent. Ich kann nicht anders. Ich sprühe vor Witz, Lebenslust und stehe automatisch im Mittelpunkt. Und ich habe Spass. Aber wenn ich dann abends zur Ruhe komme und den Tag Revue passieren lasse, bemerke ich das nur ich geredet habe und keine Ahnung habe was in den Anderen vorgeht. "So ist halt unsere Caspiria"... der Satz tut etwas weh. Ein kleiner Schmerz. Denn so will ich nicht sein. Nicht immer. Da ich mich nicht selbst regulieren kann, nehme ich Medikinet.

Wenn ihr Schmerzen habt nehmt ihr Schmerzmittel. Wenn ihr euch etwas brecht wird ein Gips angelegt. Ich brauche meine "Kopfmedis" damit ich der Mensch bin den ich mag und annehmen kann.

Es hat auch Vorteile sie an Wochenenden nicht zu nehmen. Ich bin Kreativ und absolut Energiegeladen und schaffe unglaublich viel! Mein Energielevel ist hoch und der Funfaktor auch. Man hat unglaublich viel Spass mit mir. Das kommt meinem Kind seeeeehr zugute!

Auf der Arbeit allerdings muss ich konzentriert arbeiten. Die Kollegen kennen meine Diagnose. Ich bin damit auch sehr offen aber ich möchte nicht eine Extrawurst weil mein Hirn nicht so arbeitet wie das anderer Leute. Verständnis möchte und brauche ich leider schon.



Die Lösung ist also in der Mittagspause noch zusätzlich 15mg zu nehmen, damit mein Hirn so funktioniert wie ich es brauche. Ich kann mich dann selbst steuern.


Kein Mensch in meinem Umfeld zwingt mich das Medikament zu nehmen. Ich bin es die das möchte. Seit der Diagnose und der Medikation habe ich an Selbstwertgefühl, Sicherheit und Zutrauen in mich gewonnen. Das gebe ich nicht auf. Seit ich das nehme, wurde mir nicht in einem Job gekündigt. Vorher kam ich nie über die Probezeit.


Habt einen schönen Tag-C-

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