Mittwoch, 1. Mai 2019
Stolperstein im Job-Dosis zu gering?
Tja manchmal sind Probleme auf die man stößt klein, beschäftigen einen aber massiv.

Gestern sagte mir eine Kollegin, sehr sehr nett aber bestimmt, dass sie deutlich merkt wie meine Leistungskurve ab 15Uhr abnimmt und ich dann ab ca. 17Uhr "nicht mehr konzentriert, sondern sehr flatterhaft" bin.

Autsch!

Stellt euch vor: Ich verlange von euch 5Minuten die Luft unter Wasser anzuhalten. Mit Training ist es absolut möglich. Ihr würdet es euch zur Aufgabe machen das hinzubekommen. Ihr würdet üben ohne Ende. Ihr würdet scheitern und nur kleine Fortschritte sehen. Aber sie sind da. Ihr würdet Rückschläge wegstecken müssen und euch immer wieder neu motivieren.

Ich kann mich konzentrieren. Aber es verlangt mir sehr, sehr viel ab.

Meine "Kopfmedis" nehme ich nur wenn ich "funktionieren" will. Wenn ich z.B. arbeiten gehe oder auf eine grosse Familienfestivität. Wenn ich es nicht nehme bin ich sehr präsent. Ich kann nicht anders. Ich sprühe vor Witz, Lebenslust und stehe automatisch im Mittelpunkt. Und ich habe Spass. Aber wenn ich dann abends zur Ruhe komme und den Tag Revue passieren lasse, bemerke ich das nur ich geredet habe und keine Ahnung habe was in den Anderen vorgeht. "So ist halt unsere Caspiria"... der Satz tut etwas weh. Ein kleiner Schmerz. Denn so will ich nicht sein. Nicht immer. Da ich mich nicht selbst regulieren kann, nehme ich Medikinet.

Wenn ihr Schmerzen habt nehmt ihr Schmerzmittel. Wenn ihr euch etwas brecht wird ein Gips angelegt. Ich brauche meine "Kopfmedis" damit ich der Mensch bin den ich mag und annehmen kann.

Es hat auch Vorteile sie an Wochenenden nicht zu nehmen. Ich bin Kreativ und absolut Energiegeladen und schaffe unglaublich viel! Mein Energielevel ist hoch und der Funfaktor auch. Man hat unglaublich viel Spass mit mir. Das kommt meinem Kind seeeeehr zugute!

Auf der Arbeit allerdings muss ich konzentriert arbeiten. Die Kollegen kennen meine Diagnose. Ich bin damit auch sehr offen aber ich möchte nicht eine Extrawurst weil mein Hirn nicht so arbeitet wie das anderer Leute. Verständnis möchte und brauche ich leider schon.



Die Lösung ist also in der Mittagspause noch zusätzlich 15mg zu nehmen, damit mein Hirn so funktioniert wie ich es brauche. Ich kann mich dann selbst steuern.


Kein Mensch in meinem Umfeld zwingt mich das Medikament zu nehmen. Ich bin es die das möchte. Seit der Diagnose und der Medikation habe ich an Selbstwertgefühl, Sicherheit und Zutrauen in mich gewonnen. Das gebe ich nicht auf. Seit ich das nehme, wurde mir nicht in einem Job gekündigt. Vorher kam ich nie über die Probezeit.


Habt einen schönen Tag-C-

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